Mittwoch, 22. Mai 2013

Umzug

Hallo Ihr Lieben,

da es hier auf diesem Blog doch ab und zu mehr hakelt, als mir lieb ist und meine Blogadresse bei Facebook angeblich Spam verbreitet, hab ich mich entschieden, einen neuen Bücherblog zu eröffnen. Eigentlich wollte ich das nicht, aber irgendwann war es mir doch zu nervig.  Ich bleibe bei Blogger, hier komme ich ansonsten gut zurecht, warum also Neues ausprobieren, wenn Altes sich bewährt hat. Alles wird mitgenommen, nur meine Kommentare sind noch eingepackt und der Feinschliff kommt auch noch. Aber hier könnt Ihr Euch schon mal umschauen, eigentlich ist alles wie immer . . .

*seitenweise* Sternthalers Bücherwelt

Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr mit kommt, keine Panik, Ihr müßt keine Kartons mehr schleppen, die Bücherkisten sind schon ausgepackt. Kaffee, Tee und Kekse stehen bereit. Bis alles so ist, wie ich es möchte, läuft dieses Blog parallel mit.

Liebe Grüße, Eure Petra

Dienstag, 21. Mai 2013

"Ganesha wirft das Handtuch und schlürft Sekt auf Sylt" von Rosl Reddy

Books on Demand
289 Seiten
ISBN 9783863862121
Books on Demand
Preis: 12,00€
Taschenbuch


Wo die Liebe hinfällt . . .  Manchmal ist es nicht leicht mit der Liebe, wie hier in diesem Fall. Da ist diese junge Studentin aus Hamburg. Sie stammt aus einer einfachen Arbeiterfamilie, immer ist das Geld knapp. Als sie im Studium den Inder Mano kennen lernt, schlägt förmlich der Blitz ein. Alle warnen sie, diese Liebe würde keine Zukunft haben, die Kulturen sind zu unterschiedlich. Manos Familie ist in Indien hoch angesehen, und sie hätte dort den Stand eines Dienstmädchens.
Und auch als Mano die Beziehung zu ihr abbrechen will, weil er in seinem Heimatland bereits einer anderen versprochen ist, schlägt sie alle Warnungen in den Wind und reist ihm heimlich nach.
Doch es läuft nicht so, wie sie sich das vorgestellt hat. Seine Familie lehnt sie ab, ist ihr gegenüber tief entsetzt und auch Mano stellt sich nicht ernsthaft hinter sie. So beginnt eine harte Zeit, sie soll 1 Jahr warten, ihn nicht sehen, dann wird man schauen. In Indien hat sie es schwer, überbrückt die Zeit mit Arbeit im Krankenhaus, und sieht ihren Mano doch ab und zu.
Es ist ein Hin und Her, mal in Deutschland, mal in Indien. Auch als sie schwanger ist und eine Tochter entbindet, wird die Situation nicht leichter, weder hier noch dort.

Meine Meinung

Meine Gefühle und Gedanken für dieses autobiographische Buch sind sehr zwiegespalten. Einerseits muss ich der Autorin meinen Respekt aussprechen. trotz vieler Steine im Weg kämpft sie um ihre Liebe, ihre Zukunft und später auch um ihre Tochter. Nur leider ist dieser Kampf sehr einseitig und hart. Es ist sehr interessant, das alles zu erfahren, gerade weil sie nicht aufgibt, nicht einen Moment.

Und genau da ist mein Zwiespalt. Im Nachhinein gibt es bis auf wenige Ausnahmen so viel trauriges, ablehnendes in ihrem Leben, dass ich beim Lesen manchmal das Buch beiseite legen musste, um mich mit schönen Dingen wieder aufzubauen. Ständig nur Ablehnung, Ablehnung, Ablehnung.
Es zeugt von enormer Stärke, ohne jede Frage, und ich hoffe, dass Frau Reddy mit diesem Buch ihr Erlebtes besser verarbeiten kann.

Die Geschichte wird komplett in der Ich-Form erzählt. Der Stil ist sehr distanziert und emotionslos. Der Leser erfährt nebenbei einiges über Indien und die dortige Religion. Über die Gegebenheiten hätte ich gern mehr erfahren, aber das wäre sicher zu sehr vom eigentlichen Thema abgeschweift.

Die indischen Götter konnten ihr leider nicht helfen, aber die Autorin sagt selbst, dass sie ihren Weg gefunden hat.

Unterm Strich

Eine interessante, aber tragische Geschichte, die von mir 4 Sternthaler erhält.

Die Autorin
Rosl Reddy geb. 1943 in Bayern, in Hamburg aufgewachsen. Ihr Wunsch war es, im medizinischen Bereich zu arbeiten und so wurde sie Arzthelferin. Auf ihrer spirituellen Suche traf sie einen Inder und folgte ihm in seine Heimat. Dort arbeitete sie kurze Zeit in einem Krankenhaus. Die Familie akzeptierte sie nicht, und so gingen sie wieder zurück nach Hamburg. Ein paar Jahre später: ein 2.Versuch, in Indien sesshaft zu werden, scheiterte. Kurz nach der Geburt der Tochter in Indien wanderten sie nach Holland aus. Hier arbeitete sie ein paar Jahre in einer Schiffsspedition in Rotterdam. Nach der Scheidung Rückkehr nach Hamburg. Hier folgten ca. 12 Jahre Tätigkeit als Pharmareferentin. Seit ca. 25 Jahren ist sie in der Immobilienbranche als Maklerin tätig, zunächst in Hamburg, seit 15 Jahren nunmehr in Berlin. Im fortgeschrittenen Alter macht sie eine Ausbildung zur Heilpraktikerin und erlernt die Akupunktur. Indien hat ihr Leben geprägt, nach 30 Jahren ist sie nochmals dahin zurückgekehrt und hat Freunde aus der Zeit besucht.
Quelle: Books on Demand Autorenportrait

Vielen Dank an die Autorin Rosl Reddy, die mir dieses Buch zur Verfügung gestellt hat.

Donnerstag, 16. Mai 2013

Lesung mit Natasa Dragnic in Hannover

Hallo Ihr Lieben,

gestern war es soweit: Eine Lesung bei Leuenhagen und Paris mit Natasa Dragnic. Ich hatte mir rechtzeitig eine Karte besorgt, und so wartete ich dann gespannt auf den gestrigen Abend. 


Die Buchhandlung Leuenhagen und Paris ist in Hannover in der Lister Meile, und, wie ich gestern bemerken musste, eine wirklich schöne Buchhandlung. Ganz oben, unterm Dach juchee, in der Veranstaltungsetage, stand alles bereit: Bequeme Sitzplätze, ein nett dekoriertes Ambiente mit Kerzen und Musik, sehr schön. 


Und überall Fotos mit bereits vergangenen Lesungen, unter anderem dem jugendlichen Hardy Krüger . . .  aber den kennen die meisten von Euch sicherlich nicht mehr  ;o)


Nun gut, in kleiner gemütlicher Runde ging es dann los. Der Buchhändler begrüßte alle Anwesenden und entschuldigte sich gleich erst einmal, weil doch recht wenige zur Lesung gekommen waren. Wegen der anstehenden Kurz-Ferien seien nur die Nettesten gekommen, vielen Dank!

Nett schaut sie aus, die Autorin Natasa Dragnic, sehr sympathisch.

Zu Beginn erzählte sie ein wenig über sich, dass sie sich bereits mit 6 Jahren vorgenommen hatte, mal ein Buch zu schreiben. Es musste nicht unbedingt in einer Buchhandlung stehen, aber man müsste es bestellen können, wenn man wollte- wunderbar.

Geboren in Kroatien, begann sie mit 16, Deutsch zu lernen. Kein leichtes Unterfangen, wie sie gestand. Aber sie hat es geschafft, und ist von daher auch sehr stolz, dass sie ihre Bücher in Deutsch schreibt, diese sind sozusagen das Original, alle anderen Sprachen sind "nur" Übersetzungen. Eigentlich wollte sie Diplomatin werden, doch ihr war bald klar, dass sie nicht diejenige ist, die die Meinung der Anderen als ihre eigene darstellen konnte und wollte und so trennte sie sich von ihrem Vorhaben. Noch mehr über sie kann man auf dieser Internetseite erfahren.

Vorgestellt hat sie ihr neues Buch: "Immer wieder das Meer". Und sie verwies gleich darauf hin, dass es sich dabei um eine Familiengeschichte handelt, kein Liebesroman, auch wenn sich viel um die Liebe dreht. 


Insgesamt ging die Lesung eine gute Stunde, in der uns die drei Schwestern des Buches näher gebracht wurden. Mit sehr angenehmer Stimme stellte sie uns Roberta, Lucia und Nannina vor, die sich alle, aber nacheinander, in den gleich Mann verlieben.
Ihre Stimme passt sehr gut, mit ihrem ausländischen Akzent bringt sie die Stimmung sehr gut rüber, es hat mir total gefallen.


Anschließend war noch Zeit für ein paar Frage, die sie auch ausführlich beantwortete.


Und natürlich gab es hinterher noch die Gelegenheit für Fotos und Signierungen, derer auch ich mich nicht entziehen konnte.


Ihr erstes Buch "Jeden Tag, jede Stunde" habe ich leider verliehen, aber auch das aktuelle ist nun signiert in meinen Besitz übergegangen.

Also dann, ein gelungener Abend mit einer sehr sympathischen Autorin! Vielen Dank dafür!

Liebe Grüße, Eure Petra

Mittwoch, 15. Mai 2013

"Das verbotene Eden - Gwen und Logan" von Thomas Thiemeyer

Knaur-Verlag
464 Seiten
ISBN 9783426653258
Knaur-Verlag
Preis: 16,99€
gebundene Ausgabe


Gwen kann es immer noch nicht glauben. June ist weg, fortgegangen mit einem Mann, hat sie förmlich sitzen gelassen. Also eigentlich nur allzu verständlich, dass Gwen gerade nicht weiß, was sie fühlen, was sie denken soll. Wut, Trauer, Enttäuschung- alles trifft zu. Ist sie womöglich selbst schuld? Um sich abzulenken, stürzt sie sich in die Arbeit, als Heilerin gibt es immer genug zu tun, und da gerade ein Dorf überfallen wurde, wird jede Hilfe gebraucht. Als sich eine Gruppe von Frauen auf den Weg in die Stadt des Inquisators machen will, schließt Gwen sich ihnen an. Doch die Ereignisse dort überschlagen sich , und so fällt sie in Logans Hände, einem Kämpfer, dem besten seines Clans.
Doch was nutzt ihm seine körperliche Stärke, wenn ihm seine Gefühle in die Quere kommen. Gefühle, die auch bei Gwen nicht halt machen. Doch in den Augen des Inquisators sind alle Frauen Hexen . . .

Meine Meinung

Falls Ihr Euch nicht mehr erinnern könnt, klickt bitte hier, damit Ihr mehr über den 1. Teil erfahrt. Diesmal also eine neue Geschichte über weitere Menschen, die sich aufgrund eines Virus aus der Zeit vor den dunklen Jahren eigentlich hassen müssten.
Thomas Thiemeyer setzt genau am Ende des 1. Teils an, nur mit 2 neuen Hauptpersonen.

Da ist zum einen Gwen, die ehemalige Freundin von June. Einerseits eine recht zielstrebige, junge Frau, die aber auch sehr verträumt sein kann. Männer kennt sie nur aus Erzählungen und nach diesen haben sie schlechte Manieren, stinken, kleiden sich in Lumpen und besitzen kaum noch Zähne.

Logan hingegen steht realistisch mitten im Leben. Mit nicht nur körperlicher, sondern auch geistiger Stärke und Überlegenheit trickst er seine Gegner gekonnt aus. Er ist ein Mann der Tat, lässt sich kaum von seinen Zielen abbringen und sich nicht gern reinreden. Was er sich vornimmt, wird in die Tat umgesetzt, egal zu welchem Preis!

Auch diesmal gerät eine Person in eine missliche Lage, Gwen, und muss gerettet werden. Der Retter, in diesem Fall Logan, entspricht so garnicht den Erzählungen über Männer.
So kommen die beiden sich nach und nach näher, trotz vieler Hindernisse, die ihnen immer wieder begegnen. In diesem Teil gibt es hier und da immer wieder kurze Informationen über die Stadt, in der die schwarze Kathedrale steht, ich glaube, es ist Köln. Zum besseren Verständnis gibt es vorn und hinten jeweils eine alte Karte.

Liebe, Spannung, Verrat- alles ist vertreten und ich konnte mich beim Lesen gemütlich zurücklehnen. Die Zusammenhänge zum ersten Teil werden immer wieder kurz angerissen, es ist aber in jedem Fall ratsam, den 1. Teil zu kennen.

Unterm Strich

Die Fronten werden fallen, dafür wurde im 2. Teil nun gesorgt. Unterhaltsam, ohne kitschige Anteile, dafür mit einer ordentlichen Portion Neugier gewürzt, so warte ich nun auf Teil 3, der im August diesen Jahres erscheinen soll, diesmal mit Ben und Magda. Mit Vorfreude vergebe ich 5 Sternthaler.


Der Autor
Thomas Thiemeyer, geboren 1963, lebt in Stuttgart und arbeitete zunächst als Illustrator. Nach fünf rasanten mystischen Wissenschaftsthrillern – zuletzt "Korona" –, entdeckte er mit den "Chroniken der Weltensucher" höchst erfolgreich das Jugendbuch für sich. Mit "Das verbotene Eden – David und Juna" begann ein neuer großer Zyklus, der in einer bedrohlichen Zukunft spielt. Nach "Logan und Gwen" ist nun "Magda und Ben" der abschließende Band. Mehr Informationen zum Autor unter www.thiemeyer.de
Quelle: Knaur Autorenseite

Vielen Dank an Svenja, die mir dieses Buch geschenkt hat!

Sonntag, 12. Mai 2013

Lesezeichen und Postkarten und Lesung und und und

Hallo Ihr Lieben,

ich wünsche Euch allen einen schönen Sonntag . . . leider ziemlich verregnet bei uns, aber dafür hab ich endlich mal wieder die Gelegenheit, Euch ein paar neue Lesezeichen zu zeigen.

Warum meckert hier eigentlich niemand, dass ich die schon sooo lange nicht mehr gezeigt habe, das geht ja garnicht.

Also dann, hier ein paar Fotos für Euch.

Die beiden Gesellen kennt Ihr bestimmt, wenn Ihr auch bei Lovelybooks vertreten seid, das Eselsohr gab es ja schon länger und nun gibts noch eine Eule, da konnte ich mich nicht beherrschen. Gestern kamen sie mit der Post, in Gesellschaft mit Postkarten, die Ihr weiter unten noch sehen werdet.

Lesezeichenkalender, also ganz viele Lesezeichen auf einmal, seit gestern meine, gabs auf dem Flohmarkt für nur 50 Cent . . .  beide zusammen. Sind vom laufenden Jahr.  Ich war übrigens ganz tapfer und habe mir KEIN Buch gekauft . . .

Eines von Sylt, hat mir eine Freundin mitgebracht, die Hand hab ich mir letztens gekauft, die beiden anderen wurden verschenkt. Das untere ist mit irischem Symbol, und das rote in dem Buch hab ich von meiner Schwester bekommen, ein Reissverschluß fürs Buch, sieht ja wohl toll aus!!



Das Panda-LZ ist ein Wackelbild,
das geblümte fordert mich, nie den Faden zu verlieren.



Ein Magnet-LZ, auf der einen Seite Hugendubel, auf der anderen Schmorl- und von Seefeld. Und den Stapel mit Katzen ist ein Geschenk von Susanna Ernst  :o)




Hier die Postkarten von Lovelybooks




Und hier noch drei geblümte Geschenke von Susanna.







Und sonst? Diese Woche gehe ich mal wieder zu einer Lesung.

In der Buchhandlung Leuenhagen und Paris in der List in Hannover ist Natasa Dragnic mit ihrem neuen Buch "Immer wieder das Meer" zugegen. 
Ich habe bereits ihr erstes Buch "Jeden Tag, jede Stunde" gelesen und es hat mir so gefallen, da kann ich mir das doch nicht entgehen lassen. Und ich werde Euch danach auf jeden Fall berichten, wie es war.

Und jetzt verkrümmel ich mich in meine neue Leseecke mit selbstgestaltetem Regal, muß nur noch die Mieze aus meinem Sessel ekeln . . . ähh locken.

Liebe Grüße, Eure Petra

Montag, 6. Mai 2013

"Elli gibt den Löffel ab" von Tessa Hennig

List-Taschenbuch-Verlag
381 Seiten
ISBN 9783548610498
List-Taschenbuch
Preis: 8,99€
Taschenbuch

Capri, Erbschaft, Videothek, Pleite, . . . Elli weiß gar nicht mehr, wo ihr der Kopf steht. Eine Erbschaft auf Capri, das wäre die Lösung für die 60-jährige Witwe.
Die Bank will ihren Kredit vorzeitig beenden, weil die Videothek nicht mehr genügend Einnahmen sichert. Im Altenheim wurde der Filmabend kurzerhand gestrichen- kein Geld für Kultur. Elli hat keine Ahnung, wie es weiter gehen soll. Was hat es nur mit dieser Erbschaft auf sich?

Um das heraus zu bekommen, muss sie wohl oder übel den langen Weg mit dem uralten Käfer auf sich nehmen, denn Fliegen ist zu teuer. Als der Brenner-Pass dem mitleiderregenden Vehikel den Rest gibt, bricht für Elli das letzte bisschen Hoffnung zusammen.

Und dann dieser langhaarige, alte, übriggebliebene Junghippie mit seinem Wohnmobil und diesem kläffenden Minihund. Aber was soll's? Um nach Capri zu kommen, nimmt sie sogar die Einladung von diesem Heinz, sie nach Neapel mit zunehmen, in Kauf. Der Rest wird sich schon ergeben.
Dass Heinz ihr unterwegs zusehends sympathischer wird, nein, damit hatte sie nicht gerechnet. Als sie zu allem Überfluß dann auch noch ihre Schwetser Doro auf der Fähre nach Capri trifft, ist ihr inneres Chaos perfekt.

Meine Meinung

Herrlich erfrischend, naiv ohne Ende, zickig, tränenreich, Liebe, Drama- wer das sucht, wird hier auf jeden Fall fündig. Tessa Hennig setzt hier sehr ausgeprägte Charakter ein, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dabei beschränkt sie sich auf maximale 8 Personen, bleibt damit also sehr übersichtlich. Die Beschreibungen der einzelnen Personen ist der Autorin meines Erachtens sehr gut gelungen, ich zumindest konnte mir während des Lesens schnell ein gutes Bild machen. Und so ganz nebenbei ist auch die Insel Capri sehr bildhaft beschrieben, lädt förmlich zum Urlaub machen ein.
Das Ganze ist sehr flüssig geschrieben, es ist eine nette Lektüre für zwischendurch, nicht unbedingt anspruchsvoll, aber auf jeden Fall unterhaltsam.
Lediglich das Cover passt meiner Meinung nach nicht besonders gut. Es sieht zwar ganz witzig aus, mit diesen beiden hochnäsigen alten Damen, aber wirklich passend finde ich es nicht.

Unterm Strich

Unterhaltsame leichte Lektüre mit Herzschmerz und Schmunzeleffekt, dafür 4 Sternthaler von mir.


Die Autorin
Tessa Hennig ist seit vielen Jahren als freie Journalistin und Autorin tätig. Wenn sie vom Schreiben und ihrem Wohnort München eine Auszeit benötigt, reist sie auf der Suche nach neuen Stoffen und Abenteuern gern in den Süden.
Quelle: List Autorenseite

Sonntag, 5. Mai 2013

Interview mit Andrea Bottlinger

Hallo Ihr Lieben,

Heute möchte ich Euch die Autorin Andrea Bottlinger vorstellen. Sie hat vor nicht allzu langer Zeit ihr erstes großes Werk veröffentlicht: Aeternum.

Hier findet Ihr meine Rezension dazu:     Aeternum von Andrea Bottlinger

Frau Bottlinger war so nett, mir einige Fragen zu beantworten, die ich Euch natürlich nicht vorenthalten möchte.

Bitte stellen Sie sich doch einmal kurz vor für meine Leserschaft.
Ich bin die Autorin des Urban Fantasy Romans "Aeternum". Außerdem habe ich zusammen mit Christian Humberg das Lach- und Sachbuch "Sorge dich nicht, beame! - Besser leben mit Star Wars und Star Trek" geschrieben. Ansonsten betreue ich eine Heftromanreihe als Exposéautorin, schreibe Zeitschriftenartikel und Rezensionen, gebe Schreibkurse und lektoriere für verschiedene Verlage.
Wann haben Sie begonnen, Bücher zu schreiben? Wie kam es dazu?
Geschichten, vor allem die in Büchern, waren mir schon immer sehr wichtig. Meine erste Kurzgeschichte habe ich mit 10 geschrieben. Nach mehreren gescheiterten Anfängen habe ich meinen ersten Roman im Alter von 21 beendet. Die Zeit danach habe ich damit verbracht, weitere Romane zu schreiben und einen Verlag zu finden.
Ihr aktuelles Buch „Aeternum“ ist nun seit einigen Wochen auf dem Büchermarkt. Wie lange haben Sie daran gearbeitet?
Ungefähr ein Jahr. So genau lässt sich das nicht sagen, weil ich natürlich nicht Vollzeit daran gearbeitet habe. Nebenher ist meine Magisterarbeit entstanden.

Mich interessiert, wie Sie zu dieser Idee gekommen sind. Engel sind ja im Moment häufiger in Büchern vertreten, aber mit dem direkten Zusammenhang zu Gott und dem Teufel finde ich das Ganze sehr mutig. Wie sind die Reaktionen, gibt es auch welche aus religiöser Sicht?

Das Thema ist mehr oder weniger die Schuld meiner Eltern. Sie haben mich nicht taufen lassen, was dazu geführt hat, dass ich den Großteil meiner Kindheit in dem Glauben verbracht haben, das irgendwann nachholen zu müssen (Irgendwie schien das verpflichtend zu sein. Alle anderen waren ja auch getauft.), und mit der Frage, ob ich das eigentlich will. Ich bin schließlich zu der Entscheidung gekommen, dass ich nicht an Gott glaube, aber bis ich so weit war, hatte ich mich schon deutlich intensiver mit Religion auseinandergesetzt, als die meisten meiner Altergenossen. Dabei sind einige Fragen aufgekommen, die ich seither mit mir herumtrage und die ich in "Aeternum" verarbeitet habe.
Bisher sind die Reaktionen größtenteils positiv. Es gibt ein paar Reaktionen von gläubigen Menschen, die sagen, sie hätten sich in meinem Protagonisten Jul und seinem Hadern mit Gott wiedergefunden. Und natürlich viele Reaktionen von Atheisten, die ganz auf der Seite meiner Protagonistin Amanda sind und sagen: "Ja, genau das habe ich auch immer gedacht!"

 Ist in nächster Zeit etwas neues geplant? Und wenn ja, in welche Richtung geht es diesmal?

Momentan steht gibt es ein paar Ideen, aber es steht noch nicht fest, welche die nächste wird.
  
Haben Sie einen Lieblingsschreibplatz oder gibt es ein besonderes Ritual oder ähnliches?

Ich hoffe, ich enttäusche niemanden, wenn ich sage, dass es nichts dergleichen gibt. Meistens habe ich viel zu wenig Zeit zum Schreiben. Also schreibe ich überall, wo ich kann, und wann immer ich kann. Ich habe schon in einem überfüllten Zug auf dem Boden gesessen und Dialoge in mein Notizbuch gekritzelt. Oder ich liege morgens mit dem Laptop im Bett, um ein paar Gedanken zu Papier zu bringen, bevor der Rest des Haushalts aufwacht.

So, das soll es gewesen sein. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, meine Fragen zu beantworten. Ich bin gespannt auf Neues und wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute, mit oder ohne neue Bücher.

Ich hoffe, die Antworten gefallen Ihnen. Und vielen Dank für die guten Wünsche.

Viele Grüße,
Andrea Bottlinger
Übrigens hat Andrea Bottlinger auch eine sehr schöne Internetseite, klickt mal hier und einen Blog, den Ihr hier findet

ich wünsche Euch einen schönen Sonntag
Liebe Grüße, Eure Petra

Samstag, 4. Mai 2013

"Der Zwerg reinigt den Kittel" von Anita Augustin

Ullsteinverlag
336 Seiten
ISBN 9783550080050
Ullstein-Verlag
Preis: 14,99€
Taschenbuch


Eigentlich wollten die 4 alten Damen mal ein bisschen Urlaub machen. Und da sie nicht mehr so rüstig und reich sind, um in einem flotten Wellness-Hotel abzusteigen, hauen sie den medizinischen Dienst der Krankenversicherung, kurz MDK, übers Ohr und nisten sich in einem Altenheim, besser gesagt in einer Residenz ein. Da bekommt ja so einiges geboten, zum Beispiel Ganzwaschung, Einläufe, gesellige Mahlzeiten, gemeinschaftliche Kreativworkshops, flotte Zivis und und und. Genau das Richtige, um das Alter zu geniessen . . . oder nicht?

Blöd ist nur, dass die Damen jetzt wegen schwerer Körperverletzung im Knast sitzen. Ihre letzte Chance sind Gespräche mit dem Psychologen Dr. Klupp, um aus der Nummer wieder irgendwie heraus zu kommen.

Wie sie dahin gekommen sind, wollen Sie wissen? Tja, da müssen Sie die Geschichte wohl selbst lesen. Die Geschichte von der Rentnerin Almut Block, und ihren 3 Freundinnen Karlotta, Marlen und Suzanna, die sich schon seit ihrer Jugend kennen.

Meine Meinung

Oh weh, was für eine durchgedrehte Truppe hat sich denn da gefunden? Vier alte Damen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Jede von ihnen hat einen ganz besonderen Charakter, die eine fett und faul, kichert den ganzen Tag vor sich hin, die andere aufgebretzelt bis zum geht nicht mehr, eine alte, ewig besserwisserische Lehrerin und Almut, die den ganzen Tag raucht wie eine Esse, massive Schlafstörungen und ein massives Aggressionspotenzial hat. Die Hauptperson ist Almut, über ihre Gespräche mit Dr. Klupp werden ausführlich berichtet.

Abwechselnd befindet sich der Leser dabei im Altenheim und im Gefängnis, manchmal auch im abgelaufenen Berufsleben.
Jeder dieser Bereiche hat seinen Reiz, man erfährt viel über Almut, ihre Befindlichkeiten, ihr Berufsleben, ihre Vergangenheit, ihr Dasein als Rentnerin. Das ist einerseits so ironisch, dass es zeitweise schon sehr übertrieben wirkt, andererseits aber auch erschreckend realitätsnah. Es gibt Szenen im Altenheim, die mich sehr an Szenen aus meinem Berufsleben erinnern, und obwohl sie oftmals einen traurigen Hintergrund haben, konnte ich mir das Lachen nicht verkneifen.

Stellen Sie sich einfach eine kleine, runzelige alte Dame vor, die mit flatterndem Nachthemdchen und halb herabgerutschem Inkontinenzhöschen durchs Zimmer tänzelt und vor sich hersingt, dazu einen frischen Zivi, der das erste Mal in seinem Leben einen alten Menschen waschen soll, und eine hektische Altenpflegerin, die überall gleichzeitig ihre Augen haben muss und völlig dekompensiert. das Ganze wird begleitet von alles übertönender Blasmusik, um die Bewohner zu wecken. Sorry, da hatten meine Lachmuskeln allerhand zu tun. Andere nennen es Hysterie.

Und auch der auf dem Cover abgebildete Müllsack hat durchaus seine Berechtigung, passen doch oftmals sämtliches Hab und Gut eines Menschen in genau solch einen Sack, traurig, ich weiß!

Im Verlauf der Geschichte wird langsam klar, was es mit dem Gefängnisaufenthalt wirklich auf sich hat und wie die Situation eigentlich wirklich aussieht. Mehr mag ich hier nicht verraten, aber es ist nicht alles so, wie es scheint.
Die Idee, die aber letztendlich dahinter steckt, ist abstoßend, das hat mich am Ende echt sprachlos gemacht, aber lest einfach selbst. Achja, der Titel ist angelehnt an den Spruch "Der Zweck heiligt die Mittel", aber Frau Wimmer aus dem Kreativworkshop, ebenfalls Bewohnerin in der Residenz, fiel nur das ein.

Unterm Strich

Traurig, witzig, ironisch, sarkastisch, all diese Begrifflichkeiten treffen es, was hier vor sich geht. Aber Achtung, man darf nicht alles so bierernst sehen, auch wenn es ernst ist. 4 Sternthaler von mir.

Die Autorin
Anita Augustin, geboren 1970 in Klagenfurt, hat in Wien Philosophie und Theaterwissenschaft studiert und an der Ersten Österreichischen Barkeeperschule ihr Diplom gemacht. Nach Stationen in New York und London lebt sie heute als freie Dramaturgin in Berlin.
Quelle: Ullstein Autorenseite

Vielen Dank, meine liebe Gitta, dass Du mir dieses Buch geschenkt hast.