Donnerstag, 6. Januar 2011

"Der gefrorene Rabbi" von Steve Stern

480 Seiten
ISBN 9783896674364
Blessing-Verlag
Preis: 21,50€
gebundene Ausgabe


Bernie Karp ist etwas durcheinander, als er in der Tiefkühltruhe seiner Eltern einen tiefgefrorenen Menschen findet. Aber für seine Eltern ist das ganz normal, schließlich ist dieser Rabbi im Eisblock seit Generationen im Familienbesitz - also sozusagen ein Erbstück.
Klar ist, dass passiert, was passieren muß: Bei einem Stromausfall schmilzt das Eis und die Leiche erwacht zu neuem Leben. Nach einem kurzfristigen Versteckspiel, in dessen Zeit der Rabbi dem heutigen Leben näher gebracht wird, stellt er sich der Umwelt, in der er sich erstaunlich schnell und auch recht gut zurecht findet. Mit Hilfe von Julius Karp erschafft der Rabbi trotz seines hohen Alters ein "Haus der Erleuchtung", um seine Mitmenschen auf den rechten Pfad zu bringen.

Bernie indess löst sich langsam aus seiner Lethargie, beendet sein Leben als Couchpotato, denn der Rabbi hat ein bislang unbekanntes Interesse in ihm geweckt. Ein Interesse, wie es dem Rabbi zum Beispiel gelungen ist, seinem Körper über Jahre fern zu bleiben, ohne Schaden zu nehmen. Wie war es überhaupt möglich, dass seine Leiche so lange eingefroren blieb? Um das zu erfahren, dreht Steve Stern die Zeit zurück, bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Rabbi seinen Weg als Eisblock begann. Und es ist ein langer Weg gewesen, das kann man wohl so sagen.

Mein Fazit

gut

Puuh, geschafft. Das waren so ziemlich die ersten Gedanken, als ich das Buch endlich beendet hatte. Ich kann nicht unbedingt sagen, dass diese Geschichte schlecht ist. Nein, ist sie nicht. Sie ist sogar ziemlich interessant. Interessant, weil man genau erfährt, was dem Rabbi und seinen Bewahrern im Laufe der Zeit alles geschehen ist. Und das war nun wirklich nicht langweilig. Nur schafft es Mr. Stern leider, das Ganze so ausführlich zu beschreiben, dass man eigentlich nur noch hofft, dass es irgendwann vorbei sein mag.

Im Wechsel erfahren wir mal etwas aus dem Leben von Bernie, dem Ururur-Enkel des ersten Bewahrers des Eisblockes und dann wieder aus dem Leben der Vorfahren, die sich stets und ständig bemüht haben, den Körper des Rabbi unversehrt durch die Welt zu schaffen. Die Erzählung der Vorfahren war ca. ab der Mitte des Buches wirklich gut, das Ganze kam in Bewegung, was dem Buch sehr gut tat, sonst hätte ich womöglich doch noch aufgegeben. Nur die Geschichte des lebenden Rabbis in unserer Zeit hat mich nicht begeistert. So hoffte ich, dass diese Kapitel schnell beendet wären, um mehr aus der damaligen Zeit zu erfahren.
Alles in allem kann ich nur sagen, bleibt am Ball, seid tapfer, ihr schafft das. Aber ob es das ist, was ihr euch vielleicht zu Beginn erhofft habt, nun, das sei dahin gestellt.

Diese Ausgabe des Buches entspricht nicht der endgültigen Fassung. Diese ist dann gebunden und glücklicherweise beinhaltet sie ein Glossar, das wegen der vielen jüdischen Begriffe sicher sehr hilfreich ist. Schade, dass es den Vorablesern nicht zur Verfügung stand.

Der Autor
Steve Stern wurde 1947 in Tennessee geboren und lehrt Englische Literatur am Skidmore College in Saratoga Springs, New York. Er hat bereits mehrere Romane geschrieben und wurde mit dem National Jewish Book Award ausgezeichnet.
Quelle: vorablesen

Ich danke dem Vorablesen-Team und dem Blessing-Verlag für dieses Rezensionsexemplar

1 Kommentar:

  1. Danke für den Link :) Dass mir die Rezension nicht aufgefallen ist, wundert mich... wer weiß, wo ich an dem Tag der Veröffentlichung mit meinen Gedanken war...

    Nachdem ich nun deine Rezension gelesen habe, halte ich es doch für besser, mir das Buch nicht zu holen. Zweifel hatte ich eh und bevor ich dann wirklich enttäuscht werde, verlass ich mich lieber auf deine Rezension ;)

    Aber schade, dass das Buch nicht so toll war - wo es doch so oft gelobt und als extrem witzig beschrieben wurde :(

    Viele Grüße
    Kathrin

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