Donnerstag, 20. Januar 2011

"Ohnmachtspiele" von Georg Haderer

316 Seiten
ISBN 9783852186306
Haymon-Verlag
Preis: 19,90€
geb. Ausgabe


Polizeimajor Schäfer aus Wien hat einen neuen Fall zu bearbeiten: Eine Frauenleiche wird aus einem Fluß geborgen. Unfall oder Verbrechen? Er hat da so ein Gefühl. Eigentlich ist Schäfer wegen Krankheit noch nicht wieder im Dienst, doch ohne Arbeit kann er nicht. Kurze Zeit später- ein nächster Fall: eine Frauenleiche, ertrunken in der Badewanne. Unfall oder Verbrechen? Und dann ist da noch eine bereits stark verweste unbekannte Männerleiche im Wald, deren Fund allerdings schon etwas zurück liegt. Auch hier keinerlei Hinweise auf irgendetwas.
Sein Chef sitzt ihm im Nacken. Zu wenig Personal, zuwenig Budget und damit genug Begründung, um unklare Fälle eher der Schublade "Unfall" zuzuführen, damit am Ende des Jahres die Statistik stimmt.
Doch Schäfer widersetzt sich, riskiert ständig Kopf und Kragen und geht Wege, die ihn schnell in's Aus befördern könnten. So fällt ihm irgendwann auf, dass all diese Opfer eines gemeinsam haben: Sie finden sich in einem Kartenspiel wieder. Zufall oder böses Spiel?

Mein Fazit

 sehr gut

"Ohnmachtspiele" ist bereits der 2. Krimi in der Reihe mit Polizeimajor Schäfer, der gerne sehr unkonventionelle Wege geht, um an sein Ziel zu gelangen.
Der Beginn gestaltet sich eher gemütlich, ohne jeglichen Anhaltspunkt, in welche Richtung das Ganze gehen wird. Doch im Verlauf bauen sich langsam aber sicher Zusammenhänge auf, die den Kreis schliessen.

Man hat als Leser das Gefühl, Major Schäfer durchaus zu verstehen in seinen Gedanken und Handlungen, schwimmt mit im Strom des Geschehens. Und auch die Menschlichkeit kommt dabei keinesfalls zu kurz. Schäfers private Probleme, Depressionen, Ängste begleiten ihn dauerhaft, erscheinen dabei aber nicht sonderlich aufdringlich, sie gehören halt einfach zu ihm. Und das macht den Protagonisten mit seinen Ecken und Kanten sehr sympathisch.
Georg Haderer schreibt meiner Meinung nach sehr realistisch, so kann ich mir den Alltag bei der Polizei durchaus vorstellen. Zeitmangel, Personalnot, Gelder gestrichen, politische Aspekte... die ganze Bandbreite. Insgesamt ein gelungener Krimi, den ich sehr gerne gelesen habe.

Der Autor
Georg Haderer, geboren 1973 in Kitzbühl/Tirol, lebt in Wien. Nach einem abgebrochenen Studium und einer vollendeten Schuhmacherlehre arbeitete er als Journalist, Barmann, Landschaftsgärtner, Skilehrer und Werbetexter. "Schäfers Qualen", sein Debüt und zugleich erster Teil der Reihe rund um Polizeimajor Schäfer, erschien 2009 beim Haymon-Verlag.

Ich bedanke mich recht herzlich beim Haymon-Verlag und Nicole Oberdanner für die Bereistellung des Rezensionsexemplars

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