Dienstag, 21. Juni 2011

"Die tote Schwester" von Stephan Brüggenthies

384 Seiten
ISBN 9783821861319
Eichbornverlag
Preis: 16,95€
gebundene Ausgabe



Urlaub in New York, das ist für Kommissar Zbigniew Meier und seine Freundin Lena jetzt genau das richtige. Schließlich ist Lena endlich 18, und das muß gefeiert werden.
Doch als die beiden zurück in Deutschland sind, geschieht das unfassbare: Lena wird direkt vor dem Kölner Fluhafen entführt und niemand hat etwas gesehen. Meier ist total verzweiflelt, fühlt sich total hilflos, obwohl er doch Polizist ist.
Hat es etwas mit seinem letzten Fall zu tun? Nichts deutet darauf hin. Hat es womöglich etwas mit ihrer neuen Bekanntschaft aus New York zu tun? Doch wie und warum sollte der Jude Samuel Weissberg das bewerkstelligt haben?
Er sucht seine tote Schwester Eva, zumindest nimmt er an, dass sie tot ist. Sie verschwand gegen Ende des 2. Weltkrieges in Deutschland und es gibt keinerlei Lebenszeichen von ihr.
Um sich von der Entführung Lenas etwas abzulenken, tut Zbigniew das, worum Samuel ihn gebeten hat: Er fängt an zu recherchieren und entdeckt dabei Zusammenhänge mit Kunstrauben damals "entarteter" Gemälde. Und während die Ermittlungen im Fall "Lena" eventuellen Spuren terroristischer Machenschaften nachgehen, taucht Zbigniew immer tiefer in die dunkle Geschichte Deutschlands ein.

Mein Fazit

ausgezeichnet

Dies ist bereits der zweite Krimi von Stephan Brüggenthies, aber für mich der erste, den ich von ihm nun gelesen habe. Und ich muß sagen, es ist ein gelungener Krimi, der mir wirklich sehr gut gefallen hat.
Bücher, in denen die alten Zeiten im Jetzt wieder auftauchen, faszinieren mich von jeher. Und somit ist dieser Krimi genau das richtige für mich gewesen. Stephan Brüggenthies hat einen sehr klaren Schreibstil, er geht direkt und geradeaus vor, ohne großartige Ausschweifungen, sodass ich dem Verlauf der Handlung gut folgen konnte.
Der Aufbau der Geschichte ist gut gelungen, und die Recherchearbeiten Meiers sind sehr interessant und verschaffen durchaus Einblick in die Vergangenheit.
Auch die Darstellung der Personen ist sehr lebhaft, schnell hatte ich ein passendes Bild vor Augen.

Ziemlich schnell kommt Spannung in das Geschehen, die allein durch die Tatsache, dass während des gesamten Buches nicht einmal erwähnt wird, wie es Lena geht, und wo sie ist, ziemlich konstant hochgehalten wird.
Das hat mich zeitweise etwas aus der Ruhe gebracht, weil ich im Verlauf einfach etwas von ihr hören wollte. Kleine Einwürfe über den Verbleib Lenas, die sich hinterher als Träume Zbigniew herausstellten, bauschten die Spannung nur noch mehr auf . . . wirklich gelungen.

Letztendlich kann ich nur sagen, dass mich dieser Krimi auf jeden Fall begeistert, aber auch sehr berührt hat, und ich werde auch den 1. Krimi um Zbigniew Meier und seine Freundin Lena auf jeden Fall lesen.

Der Autor
Stephan Brüggenthies, geboren 1968 in Münster, studierte zunächst Musikwissenschaft, Germanistik und Betriebswirtschaft und arbeitete als Musik- und Filmjournalist. Nach einem weiteren Studium an der Filmakademie Baden-Württemberg schrieb und inszenierte er vielfach preisgekrönte Kurzfilme, gewann den SAT1-Nachwuchspreis und schrieb zwei Drehbücher für die ARD-Reihe Tatort – »Das Mädchen Galina« wurde im Juni 2009 in der ARD erstausgestrahlt. Brüggenthies lebt in Köln. »Der geheimnislose Junge« war sein erster Roman und der erste Fall von Kommissar Zbigniew Meier.  
Quelle: Eichborn


Herzlich bedanken möchte ich mich bei Blogg dein Buch und den Eichborn-Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Klick hier, um das Buch zu kaufen.

Kommentare:

  1. Krimis sind sonst nicht mein Ding, aber deine Begeisterung steckt an :-) Ich setz es mal auf den Wunschzettel.
    Wird irgendwo erwähnt, wie alt der Kommissar ist? Ich war nämlich etwas erschrocken, dass seine Freundin erst 18 ist, Kommissare sind für mich immer Mitvierziger mit Ansatz zum Bierbauch.

    P.S: Deine Hintergrundgestaltung erinnert mich ganz stark an mein nächstes Buch von BdB: Emily the Strange :-)

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  2. hihi, ja du hast recht, der Typ ist knappe 20 Jahre älter . . . aber wo die Liebe hinfällt!?!
    Emiliy the Strange - muß ich mir mal anschauen.
    LG Petra

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  3. Hört sich spannend an, wobei Bücher, in welchen man auch noch etwas über die Vergangenheit des eigenen Landes lernt, immer interessant sind. Werde das Buch mal im Auge behalten, habe mir aber erst mal ein anderes Buch vom Eichborn-Verlag bestellt.

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  4. Huhu!!!
    Wie ich lese, sind Deine Eindrücke von dem Buch ähnlich wie meine...:o)
    Teil 1 steht schon im Regal, bin mal gespannt!

    Liebe Grüße
    Aenna

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  5. Die guten Recherchen des Autors machen aus dem Roman eine glaubhafte Geschichte und der Leser kann sich mit den Figuren identifizieren, wenn auch der Name des Protagonisten kaum auszusprechen ist. Aber das tut der Vorlage keinen Abbruch. Ein spannender Roman, der sich unbedingt zu lesen lohnt!

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  6. Hallo,
    Das Buch bietet Qualität von der ersten bis zur letzten Seite. Selten hat mich ein Kriminalroman so sehr in seinen Bann gezogen wie dieser. Stephan Brüggenthies versteht es, ohne viel Blutvergießen, einen konstanten Spannungsbogen zu erzeugen, der mich sofort packt und in die Geschichte eintauchen lässt.
    Wenn Du möchtest, kannst Du meine Rezension dazu lesen. :)

    http://www.netzblogger.net/stephan-brueggenthies-die-tote-schwester-krimi-rezension-276

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  7. Es ist jetzt über drei Jahre her, dass ich dieses Buch gelesen habe. Da ich immer noch eine gute Erinnerung daran habe, soll das - bei der Masse der Bücher, die ich lese - schon was heißen!

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