Donnerstag, 3. November 2011

"Luftkurmord" von Elke Pistor

221 Seiten
ISBN 9783897058835
Emons-Verlag
Preis: 9,90€
Taschenbuch


Als die Polizistin Ina Weinz zum Fundort gerufen wird, ahnt sie noch nicht, dass sie die Leiche kennt. Regina Brinke ist tot, sie hat sich das Leben genommen. Gefunden hat sie Kai Rokke Hornbläser. Eigentlich wollte er nur sein Modellschiff befreien, das sich im Wasser irgendwie verheddert hatte, und stattdessen findet er eine Frauenleiche.
Ina läßt der Selbstmord der Freundin keine Ruhe. Sie beginnt, mit ihrer Kollegin Judith Bleuel zu forschen, denn Regina war Stadtangestellte und hatte scheinbar etwas mit dem Wiederaufbau eines Hotels im Nationalpark Eifel zu tun. Die Gmünder Einwohner haben etwas gegen diesen Wiederaufbau und bald ist klar, dass hier einiges im Verborgenen geschieht: Gelder fließen und Anträge werden genehmigt, ohne dass der Bürgermeister davon weiß.
Die Polizistin übersteigt ihre Kompetenzen, und ihr Chef gibt ihr deutlich zu verstehen, dass sie bei weiteren Eskapaden vom Dienst suspendiert wird, doch all das kann sie nicht aufhalten.
Und so ganz nebenbei erfährt sie auch noch, dass ihr Vater in ein Altenheim umziehen will, um seiner Familie später nicht zur Last zufallen.
Um das Chaos perfekt zu machen, muß Ina kurzfristig ihr Patenkind Henrike bei sich aufnehmen, weil ihre Mutter verschwunden ist. Langsam aber sicher steigt ihr das Durcheinander über den Kopf . . .

Meine Meinung

In diesem Buch gibt es zwei verschiedene Zeitstränge, die parallel geschildert werden. Zum einen die Geschichte dreier Mädchen, die sich nach einem Gedicht von Christian Morgenstern die Namen dreier Spatzen gegeben haben, was total verwirrend ist. Ihre eigentlichen Namen erfährt der Leser vorerst nicht.Aber schnell ist klar, dass eine der Mädels eher das so genannte 5. Rad am Wagen ist. Doch sie ist bereit alles zu tun, um dieser "Bande" anzugehören.
Im Verlauf des Buches wird klar, dass sich dieses Verhältnis im der aktuellen Situation wiederfindet: Eine ist die Strippenzieherin, eine schwimmt in ihrem Schatten mit und eine weitere läßt sich schupsen, erpressen etc. . Es sind die drei aus der Vergangenheit, die ein schreckliches Geheimnis mit sich tragen.

Elke Pistor bringt hier ordentlich Wind in das beschauliche Gmünd, das nicht umsonst den Titel eines Luftkurorts trägt. Aber es bedarf schon einiger Konzentration, um dieser Anhäufung von Namen und Geschehnissen folgen zu können. Die Spannung hält sich insgesamt in Grenzen, es gibt hier und da eine kleine Spitze, aber nach Schockmomenten wird der Leser eher vergeblich Ausschau halten.
In diesem Krimi ist es eher der Verlauf und die Verstrickungen untereinander, die darauf warten, entwirrt zu werden.
Gut gefallen hat mir die Darstellung der einzelnen Personen, ich hatte schnell das Gefühl diese Menschen zu kennen, mit ihnen vertraut zu sein.

Unterm Strich

Sie mögen Verwirrung, Intrigen und Erpressung? Dann greifen Sie zu, denn das können Sie haben- alles auf einmal. Dafür gibt es von mir 4 Sternthaler


Die Autorin
Elke Pistor, Jahrgang 1967, ist in Gemünd in der Eifel aufgewachsen. Nach dem Abitur in Schleiden zog es sie zum Studium nach Köln, wo sie nach einem Zwischenstopp am Niederrhein bis heute lebt. Schon seit sie als Kind einen Steinmetz der Dombauhütte bei der Arbeit beobachten durfte, ist sie von »Kölns größter Baustelle« und ihren Geheimnissen fasziniert. Sie arbeitet als freie Seminartrainerin in der Erwachsenenbildung und leitet Schreibworkshops. Nach Kurzgeschichten und Kurzkrimis erschien ihr erster Eifel Krimi »Gemünder Blut« im Herbst 2010 im Emons Verlag. 
Quelle: Amazon

Vielen Dank an die Autorin Elke Pistor, die mir dieses Rezensionexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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