177 SeitenISBN 9783852186801
Haymon-Verlag
Preis: 19,90€
gebundene Ausgabe
Asyl, ein Wort, bei dem man sich eigentlich nicht wirklich klar machen kann, was Menschen aushalten und ertragen müssen, wenn sie Asyl beantragen. Egal, aus welchem Grund sie ihr Land verlassen.
Ludwig Laher gibt dem Leser hier Einblick in das verwirrende Reich der Bürokratie.
Er berichtet von verschiedenen Fällen, von Menschen, die um Asyl bitten.
Jelena ist eine von ihnen. Sie kommt aus dem Kosovo, ist dort schrecklicher Gewalt und Zerstörung ausgeliefert gewesen, hat mehrmals versucht, sich umzubringen, und hofft nun auf Asyl in Österreich.
Doch in der Händen der Bürokratie gefangen, geht es nicht so, wie sie sich das erhofft hatte. Das Wirrwarr der Paragraphen erschlägt einen förmlich, inkompetente Dolmetscher, die ihren Job mehr schlecht als recht machen, verwirren das ganze Verfahren nur noch mehr.
Allein wegen verbaler Mißverständnisse kommt es oftmals zu Ablehnung von Anträgen, und selten gibt sich jemand die Mühe, diese Probleme zu finden und sie entsprechend zu beheben, denn eigentlich gibt es kein direktes öffentliches Interesse daran.
Selbstverständlich gibt es auch Darstellungen von Asylbewerbern, die so widersprüchlich in sich sind, dass selbst dem Laien klar ist, warum der eine oder andere Antrag abgelehnt wird.
Mein Fazit

177 Seiten, von denen ca. die Hälfte mit Bürokratenöstereichisch geschrieben ist, das ist ein Brocken. Ludwig Laher versucht zwar, das Ganze dem Leser durch Beispiele näher zu bringen, allerdings ist das doch schwieriger, als vermutet. Mit schrecklichen Schachtelsätzen, die sich teilweise über eine halbe Seite erstrecken, kommt der Leser kaum zurecht. Manchmal muß ein Satz ein zweites Mal gelesen werden, da der Anfang schon wieder so fern ist und man gerade nicht mehr nachvollziehen kann, um was es doch eigentlich gerade zu Beginn ging. Erschwerend kommt die Amtssprache und deren Abkürzungen dazu, die im hinteren Bereich glücklicherweise in einem Verzeichnis festgehalten werden.
Die Passagen der zu verhandelnden Personen hingegen sind sehr interessant, ihr Handeln durchaus verständlich. Doch es ist fürchterlich, mitzulesen, wie die Bürokratie die Menschen an den Rand der Verzweiflung bringt, und die Antragsteller häufig allein gelassen werden.
Sie lassen uns teilhaben an ihren verschiedenen Schicksalen, die sie zum Fliehen aus ihrer Heimat gezwungen haben. Demütigung und Leid sind häufig dabei im Vordergrund, die Angst, sich bloßzustellen, das Erlebte noch einmal in Gesprächen zu erleben.
Der Autor
Ludwig Laher, geboren 1955 in Linz, studierte Germanistik, Anglistik und Klassische Philologie in Salzburg, Dr. phil.; lebt in St. Pantaleon (Oberösterreich). Er schreibt Prosa, Lyrik, Essays, Hörspiele, Drehbücher und Übersetzungen; dazu kommen wissenschaftliche Arbeiten. Mehrere Bücher, bei Haymon: „Selbstakt vor der Staffelei“. Erzählung (1998), „Wolfgang Amadeus junior: Mozart Sohn sein“. Roman (1999), „Herzfleischentartung“. Roman (2001), „So also ist das / So That’s What It’s Like“. Zweisprachige Anthologie (2002), „Aufgeklappt“. Roman (2003), „Folgen“. Roman (2005), „Und nehmen was kommt“. Roman (2007). „Ixbeliebige Wahr-Zeichen? Über Schriftsteller-‚Hausorthographien‘ und amtliche Regel-Werke“ (Studienverlag, 2008). http://www.ludwig-laher.comQuelle: Haymon-Verlag
Vielen Dank an den Haymon-Verlag und an Nicole Oberdanner vom Marketing, die mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat

























