Montag, 24. September 2012

"Kaltes Gift" von Nigel McCrery

Drömer-Knaur-Verlag
388 Seiten
ISBN 9783426197912
Drömer-Verlag
Preis:  8,99€ (Taschenbuch)
gebundene Ausgabe


Violet Chambers ist wirklich nett. Sie ist selbst nicht mehr die Jüngste, kümmert sich aber so reizend um ihre Mitmenschen. In erster Linie sind es alleinstehende alte Damen, die ihr besonders am Herzen liegen. Und sie ist wirklich aufmerksam, kocht Tee, löst Rezepte ein, backt Kekse . . . und verteilt großzügig Gift aus eigenem Anbau. Und wenn die alte Dame dann gestorben ist, gehts auf die Suche zur Nächsten. Natürlich muss die letzte aber erstmal entsorgt werden. Kein Problem für Violet, sie hat den perfekten Plan.

Dummerweise wird nach einem Autounfall ein verweste Leiche entdeckt, die sich als Violet Chambers entpuppt. Mark Lapslie, der zuständige Chief Inspector wird überraschend aus seinem Krankenurlaub zurück geholt, denn bei einer Überprüfung im Computer wird die Leiche mit seinem Namen in Zusammenhang gebracht. Doch er hat keine Ahnung, was es mit dieser Leiche auf sich hat, denn die zahlt weiterhin regelmäßig ihre Steuern und versendet ihren Nachbarn nette Postkarten. Und nun liegt es an Lapslie, diesen Fall näher zu betrachten. Das fällt ihm nicht leicht, denn er leidet an Synästhesie, einer Wahrnehmungsstörung, die sich beim ihm in verschiedenen Geschmäckern äußert, und das Zusammenarbeiten mit den Kolleginnen und Kollegen so kaum möglich macht.

Meine Meinung

Ich hab's regelrecht verschlungen, das muss ich gestehen. Ich fand es faszinierend, zu lesen, was für Hinterlist und Gemeinheiten sich diese alte Dame einfallen lässt. Sie ist so tief in die Leben der Verstorbenen versunken, dass sie sich nicht mal mehr an ihren eigenen Namen erinnern kann.
Im typischen britischen Stil, leicht ironisch, schreibt McCrery, und oft habe ich den Kopf geschüttelt, wusste nicht, ob ich lachen oder die Hände über dem Kopf zusammen schlagen soll.
Es ist schon eine gute Idee, all die Leichen so unterzubringen, wie hier beschrieben, denn in der Tat: Auf das Naheliegendste kommt man selten.  Und wie Violet schon sagt, tauchen in der Natur entsorgte Leichen über kurz oder lang doch wieder auf.

Unterm Strich

Ein guter Krimi, der neben dem britischen sarkastischen Humor auch seine Spannung hat, und echt hinterlistig ist. Dafür vergebe ich gerne 5 Sternthaler. Und wie ich gerade entdeckt habe, gibt es zu Lapslie eine Reihe, das 2. Buch trägt den Titel "Schwarzes Schaf".

Der Autor
Nigel McCrery, geboren 1953, war Polizist, bevor er in Cambridge ein Studium begann und anschließend Drehbücher für das britische Fernsehen schrieb. Mehrere der erfolgreichsten englischen TV-Krimiserien gehen auf sein Konto, darunter auch "Gerichtsmedizinerin Dr. Samantha Ryan" (BBC). Nigel McCrery lebt mit seiner Familie im Norden Londons.
Quelle: Drömer-Knaur-Verlag

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