Donnerstag, 25. Oktober 2012

"Die Auswerterin oder Das Ende von Auschwitz" von Elk von Lyck

BoD-Verlag
132 Seiten
ISBN 9783844816143
BoD-Verlag
Preis: 9,90€
Taschenbuch

Emily Brown hat nichts zu verlieren, als sie ihren Plan in die Tat umsetzt. Ihr Plan, das ist die Rettung der Menschen im Konzentrationslager von Auschwitz. Sie hat es entdeckt inmitten der Bilder, die man ihr und einigen anderen zur Auswertung vorgelegt hat.
Um an diese Bilder zu kommen, sind britische Piloten über Deutschland unterwegs, um Rüstungsfabriken und ähnliche Objekte zu entdecken und auszumerzen.
Und nach ihrer Entdeckung hat Emily sich in den Kopf gesetzt, die Menschen im KZ von Auschwitz zu retten. Um diesen Plan also in die Tat umzusetzen, nimmt sie kurzerhand den obersten Chef des Bomber- Kommandos, Arthur Harris, in ihre Gewalt und zwingt ihn, seinen zunächst geplanten Befehl zu ändern, um die Gleisanlagen zum KZ zu zerstören.
Und dann beginnt das Warten...

Meine Meinung

Elk von Lyck hat hier auf knapp 130 Seiten einen tiefen Einblick hinterlassen, den ich so nicht erwartet hatte. Kriegsgeschichten handeln ja meist aus der Sicht der Betroffenen. Doch diesmal ist das nicht der Fall.

Das ist zum Einen Emily. Sie ist eine junge Britin, und hat diese Aufgabe, Bilder auszuwerten. Vor dem Krieg war sie Hausmädchen. trotzdem ist sie sehr wortgewandt und gut informiert über die Geschehnisse  um sie herum. Durch eine gute ausgestattete Bibliothek ihrer Herrschaft und regelmässigem Zugang zu Zeitungen bleibt sie so stets auf dem Laufenden. Sie macht einen erstaunlich selbstsicheren Eindruck, manchmal vielleicht etwas naiv.

Eine weitere Person ist Jaques. Ein kleiner Junge, der mit seinen Eltern aus Frankreich unterwegs ist in einem Zug mit einem ihnen unbekanntem Ziel. Was für ihn als Abenteuer beginnt, endet ungewiss. Eigentlich heißt er Josua, doch das darf niemand wissen...

Und natürlich Arthur Harris. Als Oberbefehlshaber bestimmt er über die Abwurfpunkte nach Auswertung der Fotos, die die Piloten aus ihren Flugzeugen machen.

Er und Emily liefern sich während der Wartezeit ein spannendes Wortgefecht.
Dabei fällt auf, dass der Autor hier sehr aufwendige Recherchearbeit betrieben haben muss, um all diese Eckdaten einbringen zu können. Ich gestehe, dass mir viele Informationen gänzlich unbekannt waren. Von Lyck hat das ganze recht sachlich geschrieben und es trotzdem geschafft, Spannung einzubauen, die bis zum Schluss aufrecht gehalten wird.
Es ist vielleicht etwas weit hergeholt, dass eine kleine Arbeiterin es schafft, sich gegen einen Oberbefehlshaber zu stellen, aber genau das ist es.

Unterm Strich

Das Geschehene kann niemand rückgängig machen. Aber man kann sich einmischen, und nicht abwarten oder sich abwenden. Trau Dich!
Dafür vergebe ich 5 Sternthaler.

Der Autor
Bei dem Namen Elk von Lyck handelt es sich natürlich um ein Pseudonym. Lyck ist der Name einer ostpreußischen Stadt, die seit 1945 zu Polen gehört und heute Elk genannt wird. Elk von Lyck ist daher ein bewusst gewähltes Symbol für die Aussöhnung zwischen den einstmals verfeindeten Nationen.
Ergebnis meiner Arbeit als Philosoph ist aber auch, dass Zeit nicht existiert, sondern lediglich eine Täuschung unseres Bewusstseins ist. Alles besteht für immer, das scheinbar Vergangene (Lyck) existiert parallel neben dem, was wir für unsere Gegenwart halten (Elk).
Diese Erkenntnis ist natürlich nicht allein auf Grundlage der von mir geleisteten Arbeit entstanden. Vielmehr habe ich von den Vorarbeiten vieler anderer Wissenschaftler und Künstler profitiert, das Wissen und die Erfahrungen zahlreicher Menschen sind in meine Arbeit eingeflossen. So vieler Menschen wie eine Stadt Einwohner hat.
Weiterhin bin ich davon überzeugt, dass jeder Mensch Teil einer größeren Gesamtpersönlichkeit ist. Auch das soll durch die Wahl des zweiten Namens symbolisiert werden.

Weitere Informationen gibt es unter: www.elkvonlyck.de
Quelle: elkvonlyck.blogspot.de

Vielen Dank an den Autor, der mir dieses Exemplar zur Verfügung gestellt hat.

Kommentare:

  1. Hallo Petra, das Buch werde ich mir bestimmt holen!! Ich lese gerne aus dieser Zeit und "Die Auswerterin" hört sich auf jeden Fall lesenswert an..Eine gute Rezi...L.G. Annette

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    1. Ja vielen Dank, ich bin auch immer interessiert, wenn es um diese Zeit geht, obwohl es ja nicht so toll war.
      Liebe Grüße, Petra

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