Dienstag, 2. Oktober 2012

"Im Totengarten" von Kate Rhodes

Ullsteinverlag
446 Seiten
ISBN 9783548284620
Ullstein-Verlag
9,99€
Taschenbuch

Fahrstühle sind ihr zuwider. Schon seit ihrer Kindheit vermeidet sie enge Räume. Sich selbst kann sie als Psychologin nicht helfen, aber als Kriminalpsychologin Dr. Alice Quentin in London ist sie wirklich gut. Nur bei ihrem Bruder Will ist sie ebenfalls machtlos. Und mit Männern hat sie auch eher Pech.

Und um all ihre eigenen Problemen zu vergessen, läuft sie. Sie läuft dort, wo sie ihre Ruhe hat, dort wo sie allein ist, dabei ist ihr die Uhrzeit und die Gegend total egal.
Doch als sie bei einem ihrer Läufe eine Frauenleiche findet, ist es mit der Ruhe vorbei. Zu sehr erinnert die Leiche an einen grausigen Fall, in dem junge Mädchen tagelang gefangen gehalten und misshandelt wurden, ehe sie endlich durch den Tod Erlösung fanden. Bei dieser einen Leiche bleibt es nicht und schließlich wird klar, dass der Täter es auch auf sie abgesehen hat.

Meine Meinung

Schon im Prolog wird schnell klar, dass Alice schon in jungen Jahren viel auszuhalten hatte. Ihre Mutter und sie wurden regelmässig vom alkoholisierten, gewalttätigen Vater und Ehemann verprügelt, während der Sohn nur zugeschaut hat. Also kein Wunder, dass sie etliche eigene Probleme mit sich herum trägt. Doch scheinbar ist man hier der Meinung, dass sie ihren Problemen davon laufen kann. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass sie nur läuft und läuft und läuft. Natürlich nutzt es nichts, aber leider zieht es sich dadurch sehr in die Länge. Jeder ihrer Läufe wird ausführlich beschrieben, London wird dem Leser so auf jeden Fall näher gebracht, nur für die Sache ansich kommt dabei nicht wirklich etwas rüber. Kurzfristige Spannungsmomente sind schon dabei, aber die konnte ich leider an einer Hand abzählen. Die Vermutung, wer der Täter sein könnte, setzt sich recht früh fest, ist aber zu offensichtlich.
Die alles entscheidende Situation ist dann aber so kurz und so schnell wieder vorüber, dass ich sie glatt nochmal lesen musste. Schade, es fing so gut an, aber es hat mich nicht vom Hocker gehauen.

Unterm Strich

Der Titel hätte vielleicht auch "Lauf, Alice, lauf" heißen können, das hätte mich zumindest nicht gewundert. Leider nur 3 Sternthaler von mir, in der Hoffnung, dass es beim nächsten Mal besser läuft.


Die Autorin
Kate Rhodes wurde in London geboren. Sie ist promovierte Literaturwissenschaftlern und lehrte jahrelang an amerikanischen und britischen Universitäten. Für ihre Lyrik wird sie von der Presse hoch gelobt und erhält regelmäßig Preise. Sie lebt in Cambridge, nahe des Flusses für dessen Erkundung sie sich extra ein Kanu zugelegt hat. Im Totengarten ist der Auftakt zu einer Serie um die Kriminalpsychologin Alice Quentin.
Quelle: Amazon

Vielen Dank an Amazon-Vine und den Ullstein-Verlag für dieses Exemplar.

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