Donnerstag, 29. November 2012

"Codewort Rothenburg" von Béla Bolten

Bela Bolten
207 Seiten (auf meinem Trekstor)
ASIN: B008EYOC7G
Preis: 2,99€
Ebook/ Kindle

Hauptsturmführer Axel Daut und sein Kollege Rösen werden in Berlin-Charlottenburg zu einer Frauenleiche gerufen. Ist der Täter vielleicht der S-Bahnmörder, der seit einiger Zeit sein Unwesen treibt? Nach sieben Morden hat die Polizei noch immer keine Ahnung, um wen es sich handeln könnte.

Doch diesmal scheint etwas anderes dahinter zu stecken und Daut und Rösen übernehmen den Fall. Eigentlich hat Daut die Schnauze voll. Krieg, seine Frau mit dem 3. Kind schwanger, die Wohnung zu klein und die Zukunft ungewiss. Zu gerne würde er seine Sorgen lieber im Alkohol ertränken.
Aber er muss sich um diesen Mord kümmern, hinter dem im Moment noch niemand ahnt, warum er überhaupt begangen wurde. Seltsam ist in diesem Zusammenhang die Pension Schmitt, die plötzlich, nach einem weiteren Frauenmord, in den Ermittlungen zur "geheimen Reichssache" wird.

Meine Meinung

Béla Bolten nimmt uns mit in das alte Berlin zu Zeiten des 2. Weltkriegs. Viele leben in Angst, sei es weil die Bomben fallen, das Essen nicht ausreicht, sie Juden sind oder solchen helfen. Aber es gibt Menschen, die immernoch alles im Überfluss haben. Mitten im Krieg schmeißen sie mit Kaviar um sich, trinken Champagner und werden dabei von netten Damen unterstützt, diese schweren Zeit zu überstehen, wenn sie nur die richtige Meinung vertreten.

Der Hauptsturmführer Daut hangelt sich hier eher an der unteren Grenze entlang, er hat keine tolle Villa, das Klo ist eine halbe Treppe tiefer und ein Alkoholproblem hat er auch noch.
Er macht von Anfang an einen unmotivierten, sorgenvollen Eindruck, ein Mann, der eigentlich keine Lust hat, sich mit den oberen Parteibonzen auseinander zu setzen oder sich gar zu ihnen zu gesellen. Oft ist er sich unsicher, im Denken, im Handeln, in Allem.

Aber es geht nicht nur um Axel Daut. Seine Frau Luise hantiert hier zwar eher im Hinter-, aber auch im Untergrund. Und immer wieder wird ihr dabei klar, dass sie ihren Mann dadurch auch in Gefahr bringt, er als Polizist kann sich der Partei nicht einfach in den Weg stellen oder sie hintergehen.

Es sind so viele Kleinigkeiten, die hier eine Rolle spielen in diesem Krimipuzzle, das sich nach und nach zu einem Gesamtbild zusammensetzt.
Bolten hat eine Art zu schreiben, die das Ganze wirklich interessant macht. Immer tiefer und tiefer nimmt er uns mit in Machenschaften und Korruption, die in der damaligen Zeit sicher üblich, häufig aber auch tödlich sein konnten. Und Codewort Rothenburg war das "Sesam öffne dich" dafür.
Ich finde es schwierig, darüber zu berichten, ohne zu viel zu verraten, ohne die Spannung zu nehmen.

Unterm Strich

Auf jeden Fall eine gelungene Mischung, besser als ich erwartet hatte. Spannend und interessant für denjenigen, der Krimis aus dieser Zeit mag.
Ich vergebe 4 Sternthaler.
 Der Autor
Béla Bolten ist ein Pseudonym des Autoren Matthias Brömmelhaus.
1957 im Münsterland geboren, lebt und schreibt er jetzt in Konstanz am Bodensee.
Unter seinem Realnamen arbeitete er nach dem Studium zunächst als Historiker und veröffentlichte verschiedene Artikel und Sachbücher zur Zeitgeschichte.
2003 eröffnete er den Autobiografieservice und gehört heute zu den erfolgreichsten »Personal Historians« im deutschsprachigen Raum.
Über diesen Teil seiner Arbeit schreibt er regelmäßig in seinem “Schreibtäter-Blog“.
Quelle: Béla Bolten

Vielen Dank an den Autor für dieses Rezensionsexemplar.

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