Sonntag, 1. September 2013

"Tanz auf Glas" von Ka Hancock

Drömer-Knaur-Verlag
524 Seiten
ISBN 9783426653227
Drömer-Knaur-Verlag
Preis:19,99€
gebundene Ausgabe


Die Houston-Schwestern Lili, Priss und Lucy leben in Brinley/ Connecticut. Hier sind sie aufgewachsen, hier sind ihre Eltern gestorben.
Lucy ist eine der 3 Schwestern. Sie und Mickey sind verheiratet. Es war Liebe auf den 1. Blick. Doch diese Liebe wird immer wieder auf den Prüfstand gelegt, denn beide sind krank. Mickey hat eine bipolare psychische Störung, er wandelt ständig auf dem sehr schmalen Grat zwischen Manie und Depressionen. Nur mit Hilfe von Medikamenten kann er zeitweise normal leben. Lucy dagegen ist vor 7 Jahren an Brustkrebs erkrankt, ein Erbe ihrer Mutter, die Lucy bis zum Ende zu hause versorgt hat. Diese Erkrankung sitzt ihr sozusagen ständig im Nacken.
Lucy und Mickey haben ihr Leben recht gut im Griff, doch als eine ihrer selbstauferlegten Regeln gebrochen wird, beginnt eine Zeit, in der nicht nur ihre Liebe auf eine harte Probe gestellt wird.

Meine Meinung

Das ist mal wieder so ein Buch, das ich zwischendurch mal beiseite legen musste, nicht, weil es mir nicht gefiel, sondern weil mir die Tränen die Sicht nahmen. Es ist unglaublich schön geschrieben, und so schrecklich traurig, aber gleichzeitig auch ganz wunderbar. Die Emotionen schwappen förmlich über, es gibt viele Stellen, die mich zum Lachen oder wenigstens zum Schmunzeln gebracht haben und im nächsten Moment lief mir die Nase und die Tränen kullerten.

Schaue ich mir Lucy an, sehe ich eine starke Persönlichkeit. Sie hat Durchsetzungsvermögen und eine enorme Willensstärke. Bei ihr gibt es kein Vielleicht, jedes Problem hat eine Lösung und davon lässt sie sich nicht abbringen.
Ihr Mann Mickey ergänzt sie wunderbar. Durch seine Erkrankung geht nur manchmal seine Energie mit ihm durch, und er kann nicht mehr unterscheiden zwischen Normalität und Wahnsinn, er entgleist sich förmlich selbst und kann nur im Krankenhaus wieder "entwirrt" werden. Für ihn ist es unfassbar, dass seine Frau Lucy ihn trotzdem liebt, nicht aus Mitleid, sondern um seinetwillen. Er ist ein guter "Schauspieler" und kann sich perfekt hinter seiner Psychose verstecken, und sie als Grund dafür nehmen, um sich nicht mit seinen Gefühlen beschäftigen zu müssen. Nur Lucy lässt ihm das nicht durchgehen.

Beide sind mir auf Anhieb sympathisch, vielleicht haben sie sogar einen kleinen Mitleidsbonus, denn das, was die beiden erleben müssen, geht wirklich an die Nieren.
Beim Lesen fragte ich mich oft, wie die Autorin das schreiben konnte? Ist es etwas, das sich so oder so ähnlich in ihrem Umfeld zugetragen hat? Ich hoffe nicht, denn allein die Geschichte ist kaum zu ertragen, wie tragisch müsste dann erst die Realität sein? Ja, natürlich erkranken tagtäglich Menschen an Krebs und anderen Krankheiten, aber nicht immer wird ihre Geschichte geschrieben.

Der Leser erfährt von Anfang an, wie Lucy und Mickey sich kennen gelernt haben und wie ihre gemeinsame Zeit verlief.
Die kursiv geschriebenen Anteil sind Mickeys Erzählung, der Rest ist Lucys Geschichte.

Ka Hancock hat hier ein Debüt vorgelegt, das sie nicht besser hätte schreiben können. es trifft den Leser mitten in's Herz und läßt ihn so schnell nicht wieder los.

Unterm Strich

6 Sternthaler ohne jegliche Einschränkungen und eine Empfehlung, dieses Buch zu lesen, auch wenn es weh tut.


Die Autorin
Ka Hancock, in Utah geboren, arbeitet als Krankenschwester und hat sich auf den Bereich der Psychiatrie spezialisiert. Heute lebt sie mit ihrem Mann in Salt Lake City und hat vier erwachsene Kinder. "Tanz auf Glas" ist ihr Debütroman.
Quelle: Drömer-Knaur-Autorenseite

Vielen Dank an den Drömer-Knaur-Verlag und Vorablesen für dieses Leseexemplar.

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